Ethylen-basiertes Reifen
Ethylen entsteht auf natürliche Art bei der Ausreifung von Birnen, wie auch bei Tomaten und Bananen. Das Kohlenwasserstoff-Gas kann daher industriell als Katalysator eingesetzt werden, um den Reifeprozess nach der Kühlung zu initiieren.
1. Vorbereitung
Der Reiferaum muss vor Gebrauch auf undichte Stellen und sogenannte „hot spots“, also Stellen, an denen sich die Wärme staut, untersucht werden. Ein professionelles Ventilatorsystem sorgt für eine konstante und gleichmäßige Belüftung.
2. Bedingungen
Die Initiierung kann erst begonnen werden, wenn die Birnen eine Kerntemperatur
von 16-21 °C haben. In den abgedichteten Raum kann dann das Ethylen eingelassen werden. Das Ventilatorsystem sorgt für eine gleichmäßige Verteilung des Gases. Die Temperatur sollte konstant auf 16 -21 °C gehalten werden.
3. Ethylen-Beigabe
Für eine Periode von 24 Stunden wird Ethylen ununterbrochen in den Raum eingeleitet. Die Konzentration sollte 100 ppm betragen und regelmäßig überprüft werden. Während der Ethylen-Perioden darf der Raum nicht betreten werden, um gesundheitliche Schäden zu vermeiden. Ein Warnschild sollte an den Türen angebracht sein.
4. Lüftung
Nach Ablauf der 24 Stunden sollte der Reiferaum mit frischem Sauerstoff gelüftet
werden, um Kohlendioxid aus dem Raum abzulassen. Das Gas entsteht beim Reifen und verlangsamt wiederum den Reifeprozess. Es reicht aus, die Türen hierzu vollständig für 20 bis 30 Minuten zu öffnen. Dies gibt Gelegenheit die Innentemperatur der Früchte erneut zu überprüfen.
5. Abschluss
Haben die Birnen die richtige Fruchtfestigkeit erreicht, werden sie aus dem Lagerraum mit kontrollierter Atmosphäre entfernt und auf 0 °C heruntergekühlt, um den Reifeprozess erneut zu verlangsamen. Ist der Prozess einmal in Gang gesetzt, reifen die Früchte weiter nach. Bereits behandelte Früchte reifen schneller und sind anfälliger für Beschädigungen.
